Episoden aus meinem Leben

115. Splitter - Ich bitte um einen aussagekräftigen Titel

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Nicht mehr wegzudenken aus meinem Leben ist Alfred, seit er mich zu unserer Hochzeit im Jahr 1993 unverblümt warnte: „Lieber Egon, Du hast heute „Ja“ gesagt, das wirst Du noch oft sagen müssen, das Übrige wird ohnehin die Ina sagen“. Das gibt mir natürlich zu denken, denn ganz so abwegig scheint mir diese Aussage nicht zu sein.

Zu meinem 60. Geburtstag neun Jahre später hält Alfred wiederum eine launige Rede, in der er - welche Freude für mich - feststellt: „Sie fand einen graden Michel, und heißt seither Ina Biechl ...“ Das „Biechl“ erfüllt mich mit Stolz und lässt damit Alfred noch näher an mein Herz wachsen.

Alfred Heinrich ist ein Freund meiner Frau. Und so werde auch ich zu seinem. Hinter seiner humorvoll sarkastischen Art verbergen sich langjährige Erfahrung und Weltoffenheit. Kein Wunder also, dass ich ihn schätze. Er ist der Autor mehrerer Bücher und Mitbegründer des Kabaretts „Die Giftzwerge“. Er ist ein Genie, das - von Gerhard Bronner als „der“ Satiriker entdeckt - zusammen mit Lore Krainer „kilometerlange“ Textzeilen für die Radiosendung „Guglhupf“ schreibt. Wer konzipiert mehr Kilometer? Doch wohl er! Genauso wie die beiden warten auch Peter Wehle und Kurt Sobotka auf seinen wöchentlichen Beitrag. Zusätzlich verfasst er viele Jahre jede Woche eine Kolumne für „Die ganze Woche“.

Mir öffnet Alfred ganz unbewusst die Augen, dass es neben meiner Arbeit als Exportmanager noch anderes gibt, wofür es sich zu leben lohnt. Wenn auch nicht sofort, gewinne ich doch mit der Zeit die Überzeugung, dass später einmal auch für mich ein Platz unter denen zu finden ist, die ihre Gedanken nicht nur aussprechen, sondern auch niederschreiben.

Im Kurzfilm „Herr Herbert“, in dem Alfred den selbstgefälligen, hochnäsigen „Herrn“ spielt und durch antifeministische Aussagen den Feminismus propagiert, darf ich - jetzt bereits als freigespielter Pensionist - zusammen mit meiner Tochter und unter der Regie meiner Frau eine Nebenrolle spielen. Dabei tauchen Erinnerungen an Rollen auf, die ich bei Theaterstücken in meiner Jugend gespielt habe. Immer mehr beschäftigen mich Wach-Träume, mit der erforderlichen Kreativität zumindest bescheidenen Erfolg zu erzielen.

Alfred Heinrich gibt mir die Möglichkeit, einen weiteren Schritt in diese Richtung zu machen. Er lässt mich eine ausgedehnte Powerpoint-Show zur Präsentation seines Buches“ Und ewig raunzen die Wiener“ erstellen und bei vielen seiner Lesungen an diversen Orten vorführen.


"Und ewig raunzen die Wiener"
(bitte Bild anklicken)

Alfred Heinrich
"Sympathie mit Frauen"
(bitte Bild anklicken)

Alfred Heinrich

Das und der engagierte Einsatz meiner Angetrauten erfreuen und überraschen auch seinen Verleger, der uns - wer hätte das gedacht - zu einem lieben Freund wird.

Neben dem Ansporn durch viele Sympathisanten, insbesondere die Motivation durch meine Frau Ina, habe ich es vor allem der inspirierenden Anerkennung von Alfred Heinrich zu verdanken, dass ich beginne, „Gschichterln“ zu schreiben. Schließlich lande ich bei den „Splittern“, in denen ich - meinen Fähigkeiten und Schwächen angepasst - Episoden aus meinem Leben schildere.
kostenfrei
Das ist das Feedback zu dieser Episode:
Titel-Tipps:

Antal:
Alfred, der Großvater der Egon-Splitter"
Hannelore:
„ALFRED n.G. (nach Guglhupf)"
Brigitte:
„Mein 'angeheirateter' Freund Alfred"
„Alfred kennen zu lernen - eine Bereicherung für mein Leben"
„Alfreds subtiler Humor"
Fritz :
Alfred, der Wahrsager"

 

Kommentare (autorisiert):

Antal:
"Wohl dem, der so wie Du sich immer wieder von seinem Beruf zu emanzipieren weiß ! Wir Manager neigen ja dazu, unter dem Hinweis auf Zeitmangel („wer wichtig ist, hat Zeitmangel ....”) das geistig-kreative sträflich zu vernachlässsigen. Das rächt sich dann, weil uns irgendwann der Sinn zu entgleiten droht. Ich habe mich so dagegen gewehrt, dass ich 3x die Woche ins Outlook einen Termin eingegeben habe „Tu was, was ganz weit von Deinem Job entfernt ist!”. Hat halbwegs funktioniert..."
Hannelore:
„Das Wesen der Pension ist, dass alles eigentlich ganz anders ist, als wir uns das vor der Pension vorgestellt haben: Das Leben genießen, noch Dinge tun, die wir schon längst tun hätten wollen nach unserem langjährigen aufwendigen, stressigen manchmal auch freudvollen Arbeitsleben. Nicht mehr in dem Ausmaß gebraucht werden, genießen. - Das „süße“ Nichtstun hört sich nur während der Arbeitszeit gut an, aber es kommt eben ganz anders, als gedacht; obwohl es uns in Österreich im Verhältnis zu anderen Völkern gut geht. Du hast es mit Hilfe deiner Familie geschafft, dein Leben in endlosen Geschichten aufzuarbeiten."
Brigitte:
„Wieder ein aufschlussreicher und unterhaltsamer Splitter ! Die zwei Szenen - köstlich !"