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Episoden aus meinem Leben

19. Splitter - Ich bitte um einen passenden aussagekräftigen Titel


Es ist möglich, mit diesem Link die früheren Splitter nachzulesen.


 

 

Enkel

Mein Bauch als Schlafstelle für die erstgeborene Enkeltochter.
Auch unsere Zwillings-Enkel fühlen
sich bei mir zuhause.
Enkelin

Mein Vater ist der Sanfte, von dem ich gerne die seltenen Ratschläge entgegennehme. Meine Mutter bedrängt mich mit ihren Anweisungen häufiger und strenger.

Wenn ich wüsste, dass es einen Großvater geben könnte, der mehr Zeit für mich hätte, und eine Großmutter, an die ich mich hemmungslos anschmiegen könnte, würden sie mir sehr abgehen Es gibt sie aber nicht, weder die von der Seite meines Vaters, Johann Baptist und Maria, noch die von Mutter's Seite, Gottfried Johann Wenzel und ebenfalls Maria. Geboren zwischen 1847 und 1871 sind sie am Tag meiner Geburt 1942 alle bereits gestorben.

Da ich ein solches Privileg nicht kenne, geht es mir auch nicht ab. Auch ohne solche Annehmlichkeiten werde ich groß… und stark, wie der oder die hinzufügt.

Viel später mache ich mir über so etwas wie Großeltern Gedanken. Jetzt geht es auch nicht mehr um's Vermissen liebevoller Zuwendung sondern um das Interesse an meiner Herkunft.

Allmählich lerne ich - besonders nach meinem Austritt aus dem Kloster - Familien kennen, in denen auch Großeltern auf Besuch kommen. Selbst dieses zeitweise Vorhandensein von Großmutter oder Großvater erfüllt mich mit fast eifersüchtiger Bewunderung.

Bei der Geburt meiner Tochter entsteht eine neue Perspektive. Sie hat nämlich einen Großvater, meinen Vater. Der lebt in Innsbruck, während wir in Wien unser Zuhause haben. Ich besuche zwar meinen Vater einige Male, aber meine Tochter lernt ihn leider nie kennen. Er stirbt, als sie sieben Jahre ist.

Meine jetzige Frau hatte bis zu ihrem elften Lebensjahr drei, bis zum siebzehnten zwei Großeltern und bis zu einem Alter von 38 Jahren immerhin noch eine Großmutter. Sie kommt also in den Genuss einer Begünstigung, die ich Zeit meines Lebens nicht habe.

Sie bringt in unsere Ehe neben sechs Geschwistern auch zwei Söhne mit. Der dritte Sohn ist im Babyalter gestorben. Auf diese Weise komme ich rechtzeitig in die Situation, im Laufe der Zeit Opa von sieben Enkelkindern zu werden. Da sich meine Frau als Großmutter sehr engagiert, die Enkel tageweise und zu Urlaubszeiten auch wochenweise ganz eigenständig betreut, komme auch ich in die Lage, diese Enkelkinder heranwachsen zu sehen. Ich bin diesbezüglich - speziell wegen meiner intensiven beruflichen Verpflichtungen - meist nur am Rande mit dabei. Trotzdem genieße ich es, sie bei uns zuhause zu haben, sie teilweise auf ihre Urlaube mit ihrer Großmutti - wie sie später liebevoll von ihrem ältesten Enkelsohn genannt wird - zu begleiten.

Gerade deswegen bedauere ich sehr, dass die Kinder meines Stiefsohns aus erster Ehe nicht auch meine Enkelkinder sein dürfen. Dass bei der Lebensplanung meiner Tochter Kinder – nicht mehr – vorgesehen sind, finde ich schade. Im Laufe der Jahre erlebte ich doch, wie schön es ist, Großvater zu sein.

 

Dalai Lama

Meine zweitgeborene Enkeltochter und ich haben uns vom Dalai Lama etwas abgeschaut.
Enkelin


Trotz meines zeitlich begrenzten Zusammenseins mit den Enkelkindern meiner Frau habe ich einige faszinierende Erlebnisse mit "meinen" Enkeln. Beispielsweise darf ich die Zwillinge in meinem Schoß halten, darf ihnen das Fläschchen geben, darf mit ihnen spielen, herumtollen und ihre Zuneigung genießen.

Einige seltene Male vor allem bei den gemeinsamen Urlauben darf ich auch die Hauptperson in der Beziehung zu den Enkelkindern sein. Gerne erfülle ich den Wunsch der beiden Ältesten, in der Steiermark gemeinsam den Wald zu durchstreifen und "Schwammerl zu suchen". Tatsächlich weiß ich einen Platz, an dem wir auch etwas finden. Zubereiten dürfen sie die "Beute" unter Aufsicht ihrer Großmutter ganz selbständig, wodurch dieses Erlebnis endgültig begeistert.

Was mir noch in Erinnerung bleibt ist die Situation, die sich mit den beiden jüngsten Enkelkindern ergibt. der Ältere möchte unbedingt das Kartenspiel "Whist" erlernen, wobei seine Schwester noch nicht mitmachen kann. Da sie auch beteiligt sein möchte, spiele ich am Esstisch "Whist", weil da ein Dritter gebraucht wird, abwechselnd jedoch am Kindertisch mit unserem Nesthäkchen "Mensch ärgere Dich nicht".

Ich fühle mich privilegiert, ab und zu als Großvater einsetzbar zu sein, obwohl sich solche Gelegenheiten kaum noch ergeben, sind die sieben mittlerweile doch schon erwachsen.



Das ist das Feedback zu dieser Episode:
Titel-Tipps:

Christian:
"Der Leihopa!"
"Großvater kannst du net obe kuma ..." (Song von STS)
"Die Fülle meines Lebens!"

Antal:
"Generation X +/-2"
Helmut:
"Was dem einen gewohnter Alltag,
ist für mich immer wieder ein Erlebnis"

Gerti:
"Egon, der Riesen-Kuschelbär"
Lotte:
"Heirat mit Familie"
Elisabeth:
"Auch ohne Vorbild wird das was"

Kommentare (autorisiert):

Elfie:
"Das Nachdenken darüber, was dir genommen wurde, weil du selbst Großeltern nicht kennengelernt hast. Diesen Verlust konntest du erst durch die Kinderkindergeneration erkennen. Aber glaub mir, es ist für Kinder nicht wichtig, ob es die 'eigenen' Großeltern sind oder die freundliche alte Frau oder der freundliche alte Mann in der Nachbarwohnung.
Verwandtschaft ein Verhältnis - Liebe ist ein Geschenk und manchmal fällt die Liebe in die Verwandtschaft."

Trude:
"Beim Foto mit Deinen 2 Enkelkindern habe ich es ganz plötzlich gewusst, wem Du ähnlich siehst. Du bist der 2. Bud Spencer, der Schauspieler, den ich so gerne mochte. Freue Dich, das soll ein dickes Kompliment sein."
Lotte:
"Opa oder Oma zu sein habe ich immer als eine zweite Chance gehalten, alles ein bisschen besser zu machen. Aber das Spielen und Herumtollen mit Kindern ist gerade das Besondere und du hast es offensichtlich auch genossen."


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